• In die Jahre gekommen

    Die Gesellschaft wird immer älter, daher dreht sich im Heft alles um den demografischen Wandel. Weiter unten gibt es mehr zu den Themen.

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Editorial

Wir leben in einer Zeit des multiplen Wandels und haben uns auf eine Reihe von Veränderungen einzustellen. Ein gewaltiger gesellschaftlicher Umbruch geht dabei von der sich verschiebenden Demografie aus. Dieser Wandel kündigt sich seit Jahrzehnten an und doch sind wir noch nicht gänzlich darauf vorbereitet. Die Bevölkerungsstruktur verändert sich fortlaufend durch abnehmende Geburtenrate, Alterung der Gesellschaft und Zuwanderung. Gut ein Fünftel der Bevölkerung in Österreich und Deutschland war 2021 über 65 Jahre alt – im Vergleich dazu: 1950 war es nur ein Zehntel. Und nun verabschieden sich in den kommenden 13 Jahren die geburtenstarken Jahrgänge 1955–1969 – die sogenannten Babyboomer – aus dem Berufsleben. Das hat unmittelbare Konsequenzen für die Staatsfinanzen, den Arbeitsmarkt und die Gesundheitsleistungen ebenso wie für die Bedürfnisse betreffend Wohnen, Freizeit und Ernährung.

Daran lassen sich mehrere Gedanken anknüpfen. Erstens: Wesentlich ist, dass wir nicht nur älter werden, sondern im Zuge dessen auch viele Jahre eigenständig und gesund oder zumindest möglichst beschwerdefrei leben können. Diese „gesunden Lebensjahre“ werden von der Eurostat als statistischer Indikator berechnet und liegen im EU-Durchschnitt bei 64 Jahren. Die Unterschiede zwischen den europäischen Ländern sind mitunter jedoch eklatant: So haben die Menschen in Schweden 16 gesunde Lebensjahre mehr als in Österreich. Gesundheitsförderung und Prävention nehmen dort auch einen höheren Stellenwert ein. Dabei sind Systemfaktoren ebenso relevant wie individuelle Kompetenzen, und ihre Wechselwirkungen sind nicht zu ignorieren. Bei beiden gibt es viel Luft nach oben. Zweitens: Wir benötigen mehr interdisziplinären Austausch und vernetztes Denken für die Herausforderungen in den verschiedenen Lebensphasen sowie einen offenen Dialog, gerade bei Themen, die zum Teil nach wie vor tabuisiert werden und schambesetzt sind, etwa die Wechseljahre, Depressionen und Demenz. Von großer Bedeutung ist, die ersten Anzeichen rasch zu erkennen, um die Weichen bestmöglich stellen zu können. Drittens: Mit dem demografischen Wandel verändert sich sukzessive auch die Nachfrage am Lebensmittelmarkt. Denn wie und was wir essen, hängt stark von unserem beruflichen und privaten Umfeld ab, von der verfügbaren Zeit ebenso wie der Haushaltsgröße. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Anteil der Ein-Personen-Haushalte auf 38 % nahezu verdoppelt, in weiteren 30 % leben nur zwei Personen. Sozialisation und Zeitgeist tun ihr Übriges bei der Formierung der Essgewohnheiten. Und hier zeigt sich klar: Die Jungen bringen andere Anforderungen in die Mitte der Gesellschaft. Stichwort: mehr vom Gemüse, weniger vom Fleisch. Auch in dieser Hinsicht profitieren alle vom Austausch zwischen den Generationen und kulturellen Bubbles.

Herzlichst!

Inhalt

Fokus: Seite 04-07

Essen im Lauf des Lebens

Essgewohnheiten ändern sich im Zuge der Lebensphasen. Sie werden durch individuelle Vorlieben sowie soziale und kulturelle Faktoren geprägt. Schließlich bedingen auch Globalisierung, Technologisierung und der demografische Wandel stetige Veränderungen.

Fokus: Seite 08

"Sprechen wir darüber"

Die Wechseljahre sind ein Fakt im Leben jeder Frau. Und doch gibt es nach wie vor Tabus. Wir haben dazu mit Veronika Pelikan, Gründerin der Plattform wechselweise.net, gesprochen.

Fokus: Seite 09

"Problem Männergesundheit"

Auch Männer erleben während des Älterwerdens mitunter wechselähnliche Beschwerden. Wir haben mit dem „Männerarzt“ Michael Eisenmenger darüber gesprochen, was dahintersteckt.

Fokus: Seite 10-11

Mangelernährung im Alter

Mangelhafte Energie- und Nährstoffversorgung existiert nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch bei uns. Doch welche Ursachen kann Mangelernährung haben? Warum sind Senioren besonders häufig betroffen? Und wie kann man vorbeugen?

Fokus: Seite 12-13

Alzheimer-Demenz vorbeugen

Durch die lange Lebenserwartung und die wachsende Zahl älterer Menschen in der Bevölkerung steigt auch die Zahl der Demenzbetroffenen weltweit. Mit einem ausgewogenen Lebensstil kann eine Erkrankung mitunter verhindert oder verzögert werden.

Fokus: Seite 14-15

Old but Gold – and Strong

„Für mich bringt Krafttraining nichts mehr, ich bin bereits zu alt.“ Gehören Sie auch zu jenen Personen, die diesen Satz schon einmal gehört oder vielleicht sogar gesagt haben? Mit diesem Narrativ ist jetzt Schluss.

Ernährungspolitik: Seite 16-18

Zukunft Ernährungsbildung

Wir glauben an eine Welt, in der Menschen ein gesünderes Leben führen, weil sie wissen, wie es geht. Daher hat das f.eh den Runden Tisch „Zukunft Ernährungsbildung“ initiiert. Ein Überblick über die gemeinsamen Empfehlungen.

Bildung: Seite 19

Neun Empfehlungen auf einen Blick

Ernährungs- und Verbraucherbildung fördert Ernährungskompetenz sowie selbstständige Urteilskraft und Allgemeinbildung. Diese Empfehlungen sind das Ergebnis der Gespräche beim Runden Tisch des forum. ernährung heute „Zukunft Ernährungsbildung“ im Zeitraum 2021–2023.

Seite: 20-21

Kurzmeldungen

Aktualisierte Nordische Ernährungsempfehlungen | Neuer Einblick in die Fettverbrennung | Verarbeitung und Übergewicht | Abnehmen mit "Diätspritze"?

Serie: Würzmittel - Teil 3: Seite 22-23

Sojasauce und Miso-Paste

Sie sind fermentierte Würzmittel und untrennbar mit der asiatischen Küche verbunden. Ob hell oder dunkel, mild oder intensiv – gemein haben sie den unverwechselbaren Umami-Geschmack.

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