
Tierisch exklusive
Pflanzenbasierte Ernährung steht im Fokus dieser Ausgabe. Weiter unten gibt es mehr zu den Themen.
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Editorial
Jeden zweiten Herbst findet in Köln die ANUGA statt. Das ist die „Allgemeine Nahrungs- und Genussmittelausstellung“. Mit 7000 Ausstellern und rund 160 000 Besuchern innerhalb von fünf Tagen handelt es sich dabei mittlerweile um die weltweit führende Messe für den Handel und die Gastronomie. Trends lassen sich hier ebenso beobachten wie das Fortschreiben von Traditionen. Unter den Innovationen sind viele Produkte vertreten, die zwar den Zeitgeist spiegeln, bei denen sich dennoch erst herausstellen wird, ob die Welt auf sie gewartet hat. Ein paar Beispiele? Chicken-Gelati mit Curry-Ananas- oder Estragon-Würzung, grüne Smoothie-Riegel, süße Pizza (Schokolade oder Apfelstreusel), Paleo-Müsli oder Avocado-Nuggets. Deutlich wahrzunehmen ist das steigende Angebot an Produkten, die die zunehmende Nachfrage nach „Veggie“ bedienen. Der Claim vegan nahm global gesehen in den vergangenen fünf Jahren eklatant zu. Mitunter kommt es dabei zu „no-na“-Hinweisen wie bei naturtrüben Säften (siehe Seite 6–7). Doch vielleicht sind so selbstverständliche Hinweise auch als Aufforderung zu sehen, sich mit der Lebensmittelherstellung verstärkt zu beschäftigen und wieder mehr Bezug zu Lebensmitteln aufzubauen. Das ist gerade am anderen Ende der Ernährungsskala – beim Fleischkonsum – relevant. Gesundheitliche Aspekte waren zuletzt mit der Meta-Analyse der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO in den Vordergrund gerückt. Den Ergebnissen zufolge wird Wurst als krebserregend und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die vollständige Veröffentlichung und damit die Daten für die getroffenen Aussagen liegen derzeit noch nicht im Detail vor. Demnach ist die Studie momentan nur schwer zu beurteilen. Was sich dennoch dazu sagen lässt: Bei all diesen Studien handelt es sich um epidemiologische Studien, die zwar Assoziationen aufzeigen, jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen klären können. Und dass es Zusammenhänge gibt, ist keine neue Erkenntnis. Um die Dimensionen etwas besser einordnen zu können, hier ein Vergleich: Weltweit sind etwa 34 000 Krebstodesfälle auf den Konsum von verarbeitetem Fleisch, 533 000 Todesfälle auf Kolorektalkrebs und rund 3,5 Millionen Todesfälle auf Krebs im Allgemeinen zurückzuführen. Kein einzelnes Lebensmittel ist für die Entwicklung von Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Übergewicht allein verantwortlich. Es kommt auf das gesamte Essmuster und einen aktiven Lebensstil an. Die WHO-Studie gibt jedoch Anlass, den Fleischkonsum generell zu reflektieren. Nicht nur unter gesundheitlichen, sondern auch unter ökologischen und ethischen Prämissen bestätigt sich das Motto „gut statt viel“. Dabei heißt „viel“: mehr als 600 g pro Woche. Und „gut“: artgerechte (und biologische) Tierhaltung, hochwertiges Futter und eine stressfreie Schlachtung. Dazu kommt selbstverständlich kenntnisreiche Zubereitung und Zeit zum Essen.
Schöne Feiertage und einen angenehmen Start in ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen
Inhalt
Vegan – ein soziales Tatoo
Bei den Trends rund ums Essen lassen sich derzeit zwei Pole ausmachen: Paleo und vegan. Verschiedener kann die Kost nicht sein. Doch während Paleo hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt, hat der Veganismus schon Fuß gefasst. Wie sieht es mit den psychologischen Hintergründen aus? Was spiegelt vegan? und welche Motive sind ausschlaggebend?
V-Labeling
Aus einem Nischenmarkt ist ein Absatzmarkt geworden. Das vegane Produktsortiment nimmt im Handel rasant zu. Doch wie sieht es mit der Kennzeichnung aus? Ist „rein pflanzlich“ auch vegan? Ein Blick auf die aktuelle rechtliche Lage.
Gepflanzt? Was ist dran am Hype?
Meinungen halten sich ziemlich hartnäckig, auch wenn sie bei näherem Hinsehen nicht haltbar sind. Ohne Fleisch keine Kraft! Mit veganer Ernährung kann man den Nährstoffbedarf nicht decken! Veganer können fast nichts mehr essen! Was ist dran an diesen Aussagen?
Wenn Mikroorganismen arbeiten: Fermentation
Zuerst erlebte das Kochen ein Revival, dann das Grillen. Seit ein paar Jahren wird vermehrt eingerext. Urban Gardening wurde zum Hype. Imkern wird vor allem in Städten von der jungen Generation entdeckt. Neu im Trend – und doch eigentlich uralt – ist das Fermentieren. In unserem Speiseplan ist es verbreiteter, als manche denken.
Schlaganfall vorbeugen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren 2014 mit Abstand die häufigste Todesursache in Österreich. 42 % aller Sterbefälle sind darauf zurückzuführen, das sind 33 000 Menschen. Nach Herzinfarkt und Krebserkrankungen ist Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Auslöser für eine schwere Behinderung im Erwachsenenalter. Abgesehen vom persönlichen Leid verursacht dies massive Kosten für das Gesundheitssystem. Der Primärprävention kommt daher besondere Bedeutung zu.
Rapsöl: Heimisch mediterran?
Die mediterrane Ernährungsweise wird als Essmuster zur Gesundheitsförderung und Prävention von Adipositas, kardiovaskulären und anderen ernährungsabhängigen Krankheiten gesehen. Studien zur Wirksamkeit vergleichen dabei häufig den Effekt einer Ernährung, die reich an Olivenöl ist, mit jener, die reich an gesättigten Fettsäuren ist. Kann das bei uns heimische Rapsöl eine probate Alternative zu Olivenöl sein?
Gefahrenquelle Fettgewebe
Dass starkes Übergewicht nicht gesund ist, weiß man. Neu ist, dass das Fettgewebe Adipöser mehr Entzündungsmarker produziert als bisher vermutet. Diese machen den Körper krank und mischen sich sogar in die Psyche ein. Dagegenlenken kann, wer sich ausreichend bewegt.
Genetischer Mechanismus bei Übergewicht
Übergewicht und Genetik – gerne schieben manche die Ursache für das zu hohe Körpergewicht den Genen zu. Und tatsächlich steht seit acht Jahren das FTO-Gen im Fokus der Forschung. Nun gelang es, den Mechanismus der betroffenen Erbanlage und damit einen Grund für Fettleibigkeit zu erforschen.
Gärtnern als Mittel der Bewusstseinsbildung und Lebensmittelkommunikation
Gärtnern tut Körper und Seele gut. Ändert das Garteln aber auch den Umgang mit Lebensmitteln? Kann es etwa den Konsum von Obst und Gemüse beeinflussen? Und falls ja – wie? Dazu haben wir Studien durchforstet und mit Stefan Scholz von der City Farm Schönbrunn in Wien gesprochen.
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