• Milchmädchenrechnung

    Milch steht im Zentrum dieser Ausgabe. Näheres zu den Beiträgen gibt es unten im Inhaltsverzeichnis.

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Editorial

Wer ist nicht mit dem täglichen Viertelliter Milch oder Kakao in der Schule aufgewachsen? Das Schulmilchprogramm hat und hatte mehrere Funktionen: den Absatz und die Ernährung der Kinder zu fördern. Das soll auch weiterhin so bleiben. Denn die EU-Kommission möchte das Schulmilch- und Schulobstprogramm zusammenlegen und die komplette Finanzierung von noch zu definierenden Portionsgrößen übernehmen. Damit sollen möglichst viele Kinder auf den Gusto einer gesunden Ernährung kommen. Außerdem ist das Ziel, Übergewicht und Mangelernährung einzudämmen und positive Essgewohnheiten zu fördern. Dabei wird Milch durchwegs kontrovers diskutiert; der Anteil jener, die meinen, herkömmliche Kuhmilch nicht zu vertragen, ist enorm. Von den Käufern laktosefreier Produkte beispielsweise haben 80 % gar keine Milchzuckerunverträglichkeit. Schließlich ist der Ruf der Milch etwas angekratzt. Die Frage „Gute Milch – böse Milch?“ machte gerade erst vergangenen Herbst wieder die Runde. Grund dafür war eine schwedische Studie, der zufolge drei Gläser Milch am Tag bei Frauen das Sterblichkeitsrisiko um 90 % steigerten, das Hüftbruchrisiko um 60 % und das für generelle Brüche um 15 %. Die Schlagzeilen klangen vor allem in den sehr bunten Blättern recht definitiv. Was kaum zur Sprache kam: Es handelte sich um eine Beobachtungsstudie, die Zusammenhänge zeigte. Doch daraus lassen sich keine Schlüsse auf Ursache und Wirkung ziehen. Viel eher könnte es sich um eine sogenannte umgekehrte Kausalität handeln. Dass nämlich gerade Risikogruppen zur Prävention mehr Milch trinken. Aber auch andere Störfaktoren, sogenannte Bias, wurden nicht berücksichtigt. Die Schlagzeilen gab es dennoch. Und wieder einmal bleibt für Konsumenten ein Hauch von Ungewissheit. Für uns Grund genug, die Milch einem Update zu unterziehen.

Werbung in eigener Sache steht an dieser Stelle noch an: Zum besseren Verständnis von Ernährungsstudien, deren Qualität und Relevanz veranstaltet das forum. ernährung heute am 11. Juni den nunmehr dritten f.eh-Dialog und am 24. September das sechste f.eh-Symposium unter dem Motto „Mythen, Widersprüche und Skandalisierung“. Die Programme finden Sie auf unserer Website.

Auf einen regen Austausch!

Inhalt

Fokus: Seite 03

Milch im Fluss

Dass der Großteil von uns in Europa und Nordamerika Milch verträgt, ist global gesehen die Ausnahme, nicht die Regel. Dennoch sinkt just in diesen Gegenden der Konsum, während er in jenen Ländern steigt, wo Milch per se von vielen gar nicht so gut verdaut werden kann. Ein Blick auf die Milchgeschichte und ihre Zukunft.

Fokus: Seite 04-08

M wie Milch, Mythen und Meinungen

Rund um Milch ranken sich zahlreiche widersprüchliche Meinungen und Ernährungsirrtümer, die nicht selten von Milchgegnern vorgebracht werden. Milch mache dick, enthalte schädliche Hormone, sei ein „Kalzium-Räuber“, fördere das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes. Wir haben die Studienlage in Bezug auf langfristige Vor- und Nachteile des Milchkonsums zusammengefasst. Dabei kristallisierte sich unter anderem Joghurt als besonders interessantes Forschungsfeld der Zukunft heraus.

Fokus: Seite 09

Rohmilch als Allergieprävention?

Kinder, die im bäuerlichen Umfeld aufwachsen, leiden seltener an Allergien. Als Schutzfaktor gilt der intensive Kontakt mit Tieren. Auch der Konsum von unbehandelter Kuhmilch soll das Immunsystem stärken. Woher rührt das?

Fokus: Seite 10-13

Milchproduktion – ein kritischer Faktencheck

Vegetarismus ist Trend, Kritik am Ob und Wie des Fleischessens hat Einzug in den gesellschaftlichen Diskurs gehalten. Vor allem in den sozialen Medien steht zunehmend auch die Milch im Kreuzfeuer der Kritik. Zu Recht?

Fokus: Seite 14-15

Das geht auf keine Kuhhaut

Was können Schaf- oder Ziegenmilch im Vergleich zu Kuhmilch? Was hat es mit Soja-, Hafer-, Reis- und Mandeldrinks, die in der EU nicht als Milch bezeichnet werden dürfen, auf sich? Werfen wir einen Blick auf die „Milchstraße“.

Esskultur: Seite 16-17

Frühstücken – Laisser-faire?

In seinem 1915 erschienenen Werk „Metamorphosis“ behauptete Franz Kafka: „Das frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag.“ Schlauer, leichter und gesünder soll es machen. Was ist dran an dieser Behauptung? Wie valide sind die Daten und wann ist ein Frühstück ein Frühstück? Ein Update.

Lebensmittelsicherheit: Seite 18-20

Koffein hält die Welt auf Trab

Koffein ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid, das in den Blättern, Samen und Früchten von über 60 Pflanzenarten zu finden ist. Weltweit genießen Menschen seit Jahrhunderten Lebensmittel, die Koffein enthalten. Das sind vor allem Getränke wie Kaffee, Tee, Mate, Kakao, einige Erfrischungsgetränke wie Colalimonaden oder Energy Drinks, aber auch feste Lebensmittel wie Schokolade oder Backwaren.

Serie: Urban Gardening - Teil 1: Seite 21-23

Vom Acker in die Stadt

Von Kräuterkistln auf Fensterbänken über Gemüsebeete in Nachbarschaftsgärten bis hin zum gepachteten Ackerland. In den Städten wird gesät, gepflanzt und geerntet. Der erste teil der vierteiligen Serie beleuchtet die Ursprünge sowie neue Konzepte und Motive des urbanen Gartelns.

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