• Gewusst?

    In dieser Ausgabe dreht sich alles um Ernährungswissen und damit einhergehende Wissenslücken. Details weiter unten.

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Editorial

Vielfach wird konstatiert: Den Menschen – vor allem jungen – fehlt zunehmend der Bezug zum Essen. Das betrifft das Wissen rund um die Herstellung von Lebensmitteln, von der landwirtschaftlichen Produktion bis zur Verarbeitung – mit traditionellen ebenso wie modernen Technologien – sowie von der Logistik bis zum Thema Verpackungen einschließlich sachgerechter Entsorgung und Wiederverwertbarkeit. Das bezieht sich auch auf die Einschätzung der Genusstauglichkeit von Nahrungsmitteln. Muss ein Lebensmittel verworfen werden, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist? Nicht zwingend. Die Devise lautet: mit den eigenen Sinnen überprüfen. Einem Vorschlag der Europäischen Kommission folgend soll künftig der Zusatz „oft länger gut“ darauf aufmerksam machen. Hintergrund ist der Umstand, dass mehr als die Hälfte des gesamten vermeidbaren Lebensmittelabfalls in den eigenen vier Wänden anfällt und die Fehlinterpretation des MHD einen wesentlichen Ausschlag dafür gibt. Ein Ziel des europäischen Green Deal, des umfassenden Nachhaltigkeitsplans, ist es schließlich, Food Waste bis 2030 zu halbieren. Um das zu erreichen, ist individuell verantwortliches Handeln nötig.

Das gesundheitliche Potenzial günstiger Ernährungsweisen auszuschöpfen, liegt ebenfalls im Wechselspiel zwischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und selbstbestimmten Entscheidungen. Profundes Basiswissen bildet dafür eine Grundlage. Wie es um das generelle – gesundheitsbezogene – Ernährungswissen in der österreichischen Allgemeinbevölkerung bestellt ist und wie um jenes der Fach- und Lehrkräfte als wesentliche Multiplikatoren, haben wir in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ernährungswissenschaften erhoben. Lesen Sie die zusammengefassten Ergebnisse auf den folgenden Seiten dieser Ausgabe. Sie zeigen durchwegs, dass wir quer durch die Gesellschaft und auch im internationalen Vergleich noch einen Zahn zulegen können.

Wie Ernährung in Kinderbüchern konnotiert wird und welches Framing damit von klein auf vermittelt wird, hat sich Eva Derndorfer für uns angesehen (Seite 14–15). Dort wie da zeigt sich: Eine umfassendere gelebte Ernährungs- und Konsumbildung wird vom Kindergarten bis zum Ende der Schulpflicht nötig sein, um den Herausforderungen hinsichtlich des demografischen Wandels sowie Nachhaltigkeit und Gesundheit auf ökologischer, gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Ebene erfolgreich begegnen zu können. Wir haben dazu einen Runden Tisch ins Leben gerufen und werden demnächst die Ergebnisse präsentieren.

Herzlichst!

Inhalt

Fokus: Seite 04-09

Ernährungswissen in Österreich

Essen ist emotional, Ernährung rational. Und doch bildet Wissen die Basis fürs Handeln – in die eine wie die andere Richtung. Wer nichts weiß, setzt eher aufs falsche Pferd, lässt sich leicht in die Irre führen, ändert womöglich sein Verhalten, ohne davon zu profitieren. Ein fundiertes Grundlagenverständnis hingegen hilft, günstige Essmuster zu etablieren.

Fokus: Seite 10-11

Q & A

Unsere Ernährungswissen-Umfrage hat einige Wissenslücken aufgezeigt. Daher haben wir zur Auffrischung grundlegende Fragen und Antworten zu ausgewählten Nähr- und Inhaltsstoffen zusammengetragen.

Fokus: Seite 12-13

Nutri-Score und Co.

Gesundheitsorientierte Qualitätsbewertung von Lebensmitteln als Maßnahme zur Beeinflussung des individuellen Ernährungsverhaltens: Ist sie wissenschaftlich begründet und praktisch anwendbar?

Fokus: Seite 14-15

Essen in Kinderbüchern

Essen kommt in vielen Kinderbüchern en passant vor. Das ist logisch, schließlich ist es eine regelmäßige Alltagshandlung. Was kommt dabei auf den Tisch? Wer bereitet es zu? Welche Ernährungsdimensionen werden aufgegriffen? Eine exemplarische Sammlung kulinarischer Situationen.

Lebensmittel: Seite 16-18

Das Who’s who der Pflanzendrinks

Ob aus gesundheitlichen, ethischen oder ökologischen Gründen – immer mehr Menschen greifen zu Pflanzendrinks. In Textur, Aussehen und Anwendung sind sie Milch ähnlich. In punkto Nährstoffzusammensetzung und Geschmack ist das jedoch etwas anders. Ein Überblick.

Lebensmittel: Seite 19-21

Potenzial der Lupine

In vielen mediterranen Ländern werden sie gerne gesnackt, auch im Nahen Osten sind sie auf dem Speiseplan zu finden: Lupinen. In Mitteleuropa überwindet ihr Konsum langsam die Wahrnehmungsgrenze. Wir holen den aufsteigenden Stern unter den Hülsenfrüchten vor den Vorhang.

Serie: Würzmittel - Teil 1: Seite 22-23

Scharfmacher Senf

Von süß bis scharf – die Senf-Vielfalt ist groß. Das ist wohl ein Grund, warum er nicht nur in der Grillzeit ein fixer Bestandteil in vielen heimischen Küchen ist. Doch was genau ist Senf? Und wie entsteht die würzige Paste?

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