• Klein, aber oho!

    Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf den haben positiven Effekten von Hülsenfrüchten auf Gesundheit und Umwelt. Mehr dazu im Inhaltsverzeichnis.

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Editorial

Hülsenfrüchte sind relativ kostengünstig. Das macht sie nicht nur in den westlichen Ländern für alle zugänglich, sondern weltweit zu einem Grundnahrungsmittel. Daher finden sie sich auch in so ziemlich allen Esskulturen. Als Schlüsselfaktor im gesamten Ernährungssystem werden sie jedoch (noch) unterschätzt. In der politischen Debatte kommen sie kaum vor, obwohl ihre ökologischen, gesundheitlichen und öko nomischen Vorteile unbestritten sind. Doch weder in Bezug auf Ernährungssicherheit noch hinsichtlich Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist viel von Bohnen, Linsen und Co. zu lesen. Wilke Nichtsdestotrotz haben sie sich vom „Arme-Leute-Essen“ zum neuen Star auf dem Teller gemausert. Das Segment gilt als Wachstumsmarkt, gerade weil Hülsenfrüchte mit zahlreichen gesundheitlichen Benefits verbunden sind und eine nachhaltige Alternative zu tierischen Produkten liefern, weil sie für vegan oder vegetarisch lebende Menschen eine wesentliche Eiweiß quelle bilden und auch für Omnivoren kulinarisch interessant sind. Dank verschiedener Trends und Einflüsse anderer Ess kulturen, etwa der Levante-Küche, kommen anstelle von Fleisch auch bei Fleischessenden immer öfter Speisen aus oder mit Kichererbsen und Soja auf den Tisch. So ist der absolute Konsum von Hülsenfrüchten zwar noch nicht außergewöhnlich hoch, aber immerhin hat er sich in den vergangenen zehn Jah ren nahezu verdoppelt. Laut Statista von 0,5 kg auf 0,9 kg Roh ware im Jahr 2021. Der Österreichische Ernährungsbericht 2017 gibt rund 3 kg gekochte Leguminosen pro Kopf und Jahr an. Vergleiche mit früheren Daten sind nicht möglich, da Gemüse und Hülsenfrüchte in einer Kategorie zusammengefasst sind. Dementsprechend sind Leguminosen in den Empfehlungen „gegartem Gemüse und Rohkost/Salat“ zugewiesen. Nur die aktuellen DGE-Ernährungspyramiden für vegane und vegetarische Kost sehen eigene Angaben für Hülsenfrüchte vor. Anders dagegen gestaltet sich die Lage etwa in Frankreich, wo dezidiert zwei Portionen pro Woche empfohlen werden. Oder in Portugal, wo die Eiweißlieferanten gemäß den Lebens mittelbezogenen Empfehlungen eine eigene Kategorie für den täglichen Konsum von ein bis zwei Portionen bilden. Auch die Planetary Health Diet der EAT-Lancet Commission sieht mehr Eiweiß aus Hülsenfrüchten und Nüssen als aus Fleisch, Fisch und Eiern vor (siehe ab Seite 5). Für gesunde und nachhaltige Ernährungsweisen und -systeme ist den Hülsenfrüchten daher ein prominenterer Platz als bisher einzuräumen: am Feld, in den Regalen, auf den Tellern, in den Verzehrempfehlungen sowie der Landwirtschafts-, Gesundheits- und Ernährungspolitik.

Herzlichst!


Inhalt

Fokus: Seite 04-07

Eiweiß, aber nachhaltig

Die Vereinten Nationen erklärten 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte. Das ist schon etwas her, dennoch sind Hülsenfrüchte aktueller denn je. Vor allem als Quelle für nachhaltiges Eiweiß.

Fokus: Seite 08-09

Bohnen, Linsen und Co. - ein unterschätzter Joker?

Hülsenfrüchte stehen nicht im Fokus, wenn es um ernährungsassoziierte Erkrankungen geht. Und doch weisen sie ein hohes Potenzial auf. Richten wir den Scheinwerfer auf eine zu wenig beachtete Kategorie!

Fokus: Seite 10

Jedes Böhnchen ...

Viele Menschen scheuen den Verzehr von Bohnen, Linsen und Co. aufgrund von möglichen Blähungen. Das ist verständlich, allerdings lässt sich die Verträglichkeit einfach steigern.

Fokus: Seite 11-13

Legume Diversity

Ob weiß, gelb, rot, braun oder schwarz: Die Vielfalt an Bohnen, Erbsen und Linsen ist enorm. Eine kleine Warenkunde soll ihr häufiges Schattendasein beenden.

Fokus: Seite 14-15

"Über Soja hinausdenken"

Soja ist als Öl- und Eiweißpflanze in aller Munde. Haupteinsatzgebiet in Europa ist der Futtermittelbereich, aber auch für die Lebensmittelherstellung wird es vermehrt genutzt. Wir haben mit Matthias Krön von Donau Soja über den Status quo und die europäische Eiweißwende gesprochen.

Fokus: Seite 16-17

Hülsenfrüchte next level

Hülsenfrüchte sind traditioneller Bestandteil vieler Länderküchen. Bei uns sind sie mittlerweile in vielen Lebensmitteln im Einsatz. Die Verwendungsmöglichkeiten scheinen beinahe unerschöpflich.

Bewegung: Seite 18-21

Schön kräftig

„Genügend Kraft ist ein Zustand, den es gar nicht gibt“, war sich Extremkletterer Wolfgang Güllich einst sicher. Auch wenn nicht alle Menschen Steilwände erklimmen wollen, sind kräftige Muskeln doch für jeden von uns wichtig.

Serie: Wildkräuter - Teil 3: Seite 22-23

Vogelmiere

Die Vogelmiere ist ein Archäotyp und Kosmopolit – sie begleitet die Menschheit bereits seit der Steinzeit und wächst heute weltweit an unterschiedlichen Standorten zu verschiedenen Jahreszeiten. Im Garten fällt sie oft erst auf, wenn sie sich ungewollt ausbreitet.

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