• System Familie

    Wie familiäre Strukturen unser Essverhalten beleuchten wir im Fokus. Details zu den Themen gibt es weiter unten im Inhaltsverzeichnis.

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Editorial

Das fiel schon öfter an dieser Stelle: Essen ist ein gesellschaftlich zentrales Element. Während sich früher die Versorgung mit Nahrungsmitteln und die Zubereitung von Speisen in den persönlichen Zeit- und Haushaltsbudgets deutlich niederschlugen, kann das heute – wenn man mag – schnell und kostengünstig erfolgen. Nur noch knapp 10 % des Haushaltseinkommens werden für Lebensmittel ausgegeben, den Außer-Haus-Konsum nicht einberechnet. Freilich, der ist im Steigen. Dennoch sind Lebensmittel so günstig und so sicher wie noch nie. Die Herausforderung ist, mit dem Überfluss umgehen zu lernen und sich soweit möglich der Folgen seiner Entscheidungen bewusst zu sein. Das ist nicht immer leicht, weder im Hinblick auf die gesundheitlichen oder ökologischen noch auf die wirtschaftlichen Konsequenzen. Die Systeme sind komplex. Daher braucht es gleichermaßen eine grundlegende alimentäre Bildung, gelebte Esskultur und ein dem gesellschaftlichen Rahmen entsprechendes Ernährungs- system. Letzteres wurde im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft im November in Wien bei der Konferenz „Unser Essen – Unsere Gesundheit: Wege zu einem gesunden und nachhaltigen Ernährungssystem in Europa“ (orig. „People’s food – people’s health: Towards healthy and sustainable European Food Systems“) diskutiert. Ziel war, ein gemeinsames Interesse für die Entwicklung eines Fahrplanes für ein nachhaltiges und gesundheitsförderliches Ernährungssystem zu wecken. Gemeinsame Ziele liegen aktuell nicht immer zwingend auf der Hand. So können Maßnahmen der Agrarpolitik jene der Gesundheitspolitik konterkarieren und ökonomische Interessen mitunter den Umweltschutz usw. Nach wie vor geht gesellschaftlicher wirtschaftlicher Aufschwung mit gesteigertem Konsum einher. Den Schalter freiwillig von Opulenz auf Suffizienz umzuschalten, gelingt momentan nur wenigen. Für einen Systemwandel sind daher nicht nur die verschiedenen politischen Sektoren und wissenschaftlichen Fakultäten zusammenzubringen und dafür zu begeistern, an einem Strang zu ziehen, sondern auch die einzelnen Akteure des Ernährungssystems in der Praxis: Landwirte, klein- und mittelständische Produzenten, Industrie, Handel und Gastronomie ebenso wie Konsumenten. Zudem die Medien, das System Schule und Ärzte. Denn gesellschaftliche Herausforderungen können nur miteinander, im offenen Dialog und durch gemeinsame Lösungen gemeistert werden. Die Familie ist das erste soziale System, in das ein Kind hineinwächst und das prägend auf sein Essverhalten und seine Wertschätzung Lebensmitteln gegen- über wirkt. Lesen Sie in dieser Ausgabe, was sich in diesem System beeinflussen lässt.

Frohe Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Inhalt

Fokus: Seite 03-05

Wie Kinder stark fürs Leben werden

Familien leben heute in einer komplexen Welt, die sich stetig weiterentwickelt. Damit Kinder diesen Herausforderungen und Chancen gestärkt entgegentreten können, sind Widerstandskraft und Resilienz nötig. Und zwar gleich in mehrerer Hinsicht: körperlich, emotional und sozial. Darüber hinaus hilft ein Schuss Kreativität.

Fokus: Seite 06-08

Bitte zu Tisch

Das gemeinsame Essen in der Familie hat einen ganz besonderen Stellenwert. Es hat eine wichtige soziale Funktion, ist ein entscheidendes Lernsetting, begünstigt ein gesundes Ernährungs- verhalten und schützt vielleicht sogar vor Übergewicht.

Fokus: Seite 09-11

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Fleisch als Klima-Killer und Gesundheitsrisiko: Übermäßiger Fleischverzehr gerät zunehmend in Verruf. Dabei gibt es vielversprechende Rezepte für eine nachhaltige Ernährungszukunft – vorausgesetzt, alle Akteure der Gesellschaft ziehen mit.

Fokus: Seite 12-13

Epigenetik: Essverhalten beeinflusst Erbgut

Was wir essen, bestimmt nicht nur unsere Gesundheit, sondern kann sich auch auf jene unserer Kinder und Enkelkinder auswirken. Verantwortlich dafür ist die Epigenetik – der Einfluss von Lebens-stilfaktoren auf die „Lesbarkeit“ jener Information, die in der DNA gespeichert ist.

Fokus: Seite 14

Antibiotika und Übergewicht

Im Darm liegt der Ursprung von Gesundheit oder Krankheit. – So lautet ein chinesisches Sprichwort. Heute weiß man, dass die Bakterienbesiedelung des Darms ausschlaggebend für die Gesundheit ist. Je vielfältiger, desto besser. Verändert sich die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms, wirkt sich das nicht immer günstig aus. Vor allem Antibiotika stehen unter keinem guten Stern.

Fokus: Seite 15-17

Emotionales Essverhalten

Unsere Gefühle beeinflussen unser Essverhalten. Je nach Stimmung und Emotion essen wir mehr oder weniger. Das spiegelt sich auch in der Alltagssprache wider, wenn wir vom „Kummerspeck“ reden. Oder davon, dass sich „Stress auf den Magen schlägt“ und es dabei zu einer Gewichtsabnahme kommt. Wie entsteht emotionales Essverhalten? Ist es normal oder pathologisch? Und lässt es sich behandeln?

Lebensmittelkennzeichnung: Seite 18-21

Farbliche Symbolkennzeichnung bei Lebensmitteln

Soll es rot, gelb oder grün auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen leuchten, um Kaufentscheidungen zu erleichtern? Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen und verschiedene Modelle. Lesen Sie einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Europäischen Union und die für den österreichischen Markt wesentlichen Front-of-Pack-Kennzeichnungssysteme.

Serie: Kulinarische Redewendungen: Seite 22-23

Reden wir nicht um den heißen Brei herum, ...

Winter! Das ist der Duft von heißem Früchtetee, frisch gebackenen Weihnachtskeksen, wohltuendem Grießbrei mit warmem Kakao in Omas Stube und der dampfenden Weihnachtsgans. Winter bedeutet auch, dass das Jahr zu Ende geht. So naht auch das Ende dieser Serie: Wir geben – sprichwörtlich – den Löffel ab und hoffen, dass wir nichts unter den Tisch fallen ließen oder Ihnen auf den Keks gegangen sind.

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