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    Diesmal wird das Thema Alkoholkonsum beleuchtet. Für nähere Informationen zu den Beiträgen einfach zum Inhaltsverzeichnis hinunterscrollen.

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Editorial

Seit je wird Alkohol als eines der ältesten trinkbaren Genussmittel kontrovers diskutiert. Zählt er in vielen Teilen der Welt zum kultivierten Lebensstil, ist er in anderen meist aus religiösen Gründen tabu. In diesem Zusammenhang weist der aktuelle Gesundheitsbericht „Health at a Glance“ der OECD wieder einmal aus: Österreich zählt zu den trinkfreudigen Völkern. Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 11,1 L Reinalkohol pro Jahr rangieren wir unter den sechs Ländern mit dem höchsten Alkoholkonsum (ex aequo mit Estland).

Was dem einen Genuss und Vergnügen bereitet, lässt den anderen abhängig werden. Für Konsumierende ist es daher notwendig, einen freud- und maßvollen Umgang mit Alkohol zu erlernen. Dabei spielen für die Entwicklung der Trinkgewohnheiten soziale und kulturelle Bedingungen eine wesentliche Rolle. Diese erleben aktuell einen Wandel. Die Imperative unserer Gesellschaft ändern sich: Zum anhaltenden Gesundheitstrend gesellen sich Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Über all dem schwebt der Diskurs rund um die Verantwortung. Auch beim Thema Alkohol. Herstellern, Handel und Gastronomie werden daher ebenso wie den Konsumierenden und der Politik zunehmend ethische Überlegungen abverlangt.

Dabei stehen die beiden Termini Genuss und Verantwortung in einer komplexen Beziehung zueinander. Dass beide im selben Kontext genannt werden, scheint ein Phänomen der jüngeren Geschichte zu sein, meint der österreichische Philosoph Robert Pfaller. Genussvolles Handeln sei mit der zeitweiligen Grenzüberschreitung und einer gewissen Großzügigkeit verbunden und daher nur schwer mit dem Konzept der Verantwortung in Einklang zu bringen. Die vorherrschende Verzichts- und Verbotskultur prägt die Menschen und befähigt sie nur in beschränktem Ausmaß dazu, sich Genuss selbst zu erlauben. Daher bedürfen viele Menschen verschiedener Gebote und Anlässe zum Genießen im ansonst profanen Alltag und delegieren die Verantwortung für das Erleben an die Umwelt. Pfaller plädiert für eine bewusste Entscheidung zum Genuss, die auf persönlichen Präferenzen und kulturellen Werten basiert, und weist darauf hin, dass Genuss nichts rein Individuelles, sondern etwas Kollektives ist. Umso wichtiger scheint es zu sein, gute Voraussetzungen für eine genussvolle und moderate Trinkkultur zu schaffen und gleichzeitig Maßnahmen zu setzen, um schädlichen Alkoholkonsum zu reduzieren. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Leistung, die der gebündelten Ressourcen von politischen Entscheidungsträgern, Behörden, der Wirtschaft sowie Gesundheitsfachkräften und führenden Persönlichkeiten der Gesellschaft ebenso wie jedem Einzelnen bedarf. Denn obwohl die jüngeren Generationen ihre Haltung zu Alkohol neu verhandeln und die Nüchternheit favorisieren, ist in den kommenden Dekaden mit einer Zunahme an Alkoholkranken zu rechnen. Für alle Erwachsenen, die sich für Alkoholgenuss entscheiden, ist daher lebenslang ein kompetenter, selbstbestimmter und genussvoller Umgang wesentlich. Dazu zählt, sich der Motivation zum Trinken bewusst zu sein sowie Menge und Frequenz im Auge zu behalten.

Herzlichst!

Inhalt

Fokus: Seite 04-07

Trends in der Trinkkultur

Alkohol ist Genuss-, Rausch- und Suchtmittel, ein kompetenter Umgang damit selbstlimitierend. Dem Trend zu „Damp Drinking“ und „The New Sobriety“ stehen die Schattenseiten übermäßigen Trinkens gegenüber. Was braucht es für bewussten Hedonismus?

Fokus: Seite 08-09

Paradigmenwechsel

Dem Alkoholkonsum bläst ein kräftiger Wind entgegen: Empfehlungen und politische Instrumente sind im Umbruch, und der Markt reagiert auf die Nachfrage nach alkoholfreien und -reduzierten Getränken.

Fokus: Seite 10

Warum machen wir es nicht einfach?

Viel Obst und Gemüse, wenig Alkohol, ausreichend Bewegung usw. – die meisten Menschen wissen, was zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten dazugehört. Und trotzdem setzen es nicht alle um. Ein möglicher Grund dafür ist das Phänomen der sogenannten Reaktanz.

Fokus: Seite 11-12

„Abwehrsensibel kommunizieren“

Warum Menschen unterschiedlich reaktant reagieren, was man dagegen tun kann und warum das in der Gesundheitskommunikation wichtig ist, haben wir mit dem Kommunikationswissenschafter Matthias R. Hastall besprochen.

Fokus: Seite 13-15

FAQs zu Alkohol

Ernährungspolitik: Seite 16-17

Neue WHO-Leitlinie Kohlenhydrate

Brot, Kartoffeln, Reis und Nudeln sind einerseits beliebt und werden andererseits aufgrund der enthaltenen Kohlenhydrate oft verteufelt. Im Juli 2023 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine aktualisierte Leitlinie zur Kohlenhydratzufuhr für Erwachsene und Kinder veröffentlicht.

Ernährungspolitik: Seite 18-21

Aspartam und Co. – ein Update

Um Zucker einzusparen, greifen viele Menschen auf Süßungsmittel zurück. Zudem sind diese in manchen Getränken und Lebensmitteln enthalten. Doch was verbirgt sich hinter den jüngsten Berichten zur Kanzerogenität? Wir geben einen Überblick.

Serie: Würzmittel - Teil 4: Seite 22-23

Hot Sauce

Ob zu Nachos oder Gegrilltem, in Gemüsegerichten oder Eintöpfen – scharfe Saucen erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Die feurigen Würzmittel gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Schärfegraden.

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