
Ernährungsökologie – System mit Zukunft
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt darauf, Ernährung und Nachhaltigkeit zu verbinden. Mehr dazu weiter unten.
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Editorial
Anfang des Jahres hat der Bericht der EAT-Lancet-Kommission die Fachwelt aufgerüttelt. Erstmals wurden Empfehlungen formuliert, die auf einem Dreiklang basieren: Sie sollen den ernährungsphysiologischen Anforderungen genügen, die Gesundheit fördern und den Ressourcenverbrauch auf ein nachhaltiges Maß bringen. Und das global – für alle Menschen weltweit (siehe Seiten 04–06). Seither wird intensiv über die Synergien von Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten diskutiert, ebenso wie über die Grundlagen dieser Empfehlungen. Die Gesundheitsperspektive allein ist nicht mehr ausreichend; vielmehr ist die Ernährungsdebatte um eine wichtige Facette reicher geworden. Dies wurde auch im Rahmen des f.eh-Symposiums zum Thema „Nachhaltig essen. Ernährungsökologie – ein Bildungsprozess“ deutlich (Bericht ab Seite 08).
Wenn man bei einzelnen Lebensmitteln stets ökologische Aspekte in Betracht zieht, ergibt sich eine ganzheitlichere Perspektive auf die Lebensmittelproduktion, die insgesamt für 30 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Tierische Produkte werden dabei häufig als Hauptverantwortliche genannt, aber auch Reis ist ein signifikanter Emittent. Mehr dazu, insbesondere über das Grundnahrungsmittel jedes zweiten Menschen, lesen Sie ab Seite 12.
Während die Empfehlungen der EAT-Lancet-Kommission für bestimmte Lebensmittelgruppen große Schwankungen aufweisen, gibt es ein klares Ziel für die Bürgerinnen und Bürger in industrialisierten Gesellschaften: die Halbierung der Lebensmittelverschwendung. Dafür braucht es Wissen über Lagerung, Haltbarkeit, Resteverwertung und eventuell auch Engagement wie Food Sharing. Einige Fragen dazu sowie zu Themen wie Reis und Fleisch haben wir in unserem neuen Quiz der Reihe #Wissenshungrig gesammelt. Es bietet so manches Aha-Erlebnis und hoffentlich auch ein Schmunzeln. Die Übersicht finden Sie unter www.forum-ernaehrung.at/quiz – zum Selbstspielen oder als interaktives Element für Ihren beruflichen Alltag.
Zum Abschluss eine Bitte: Nach vielen Jahren möchten wir unser Magazin wieder dem Zeitgeist anpassen. Daher bitten wir Sie um Feedback: Welche Themen interessieren Sie? Was können wir besser machen? Haben Sie Wünsche? Die Umfrage zur ernährung heute ist bis 31. Jänner 2020 unter www.forum-ernaehrung.at/magazin verfügbar und dauert etwa fünf Minuten. Als Dankeschön verlosen wir Bücher und Print-Abos für 2020.
Mit den besten Wünschen für einen besinnlichen Jahresausklang!
Inhalt
Visionärer Speiseplan?
Können wir 10 Mrd. Menschen im Jahr 2050 ernähren? Gesund und nachhaltig? Wie muss unser Ernährungssystem dafür verändert werden? Ein Blick in den EAT-Lancet-Bericht „Food in the Anthropocene“.
UniNEtZ
Österreichs Universitäten schließen sich im Projekt UniNEtZ zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) zusammen. Diese sollen auf transdisziplinärer Basis verstärkt Eingang in Forschung und Lehre der Universitäten finden. Das Projekt soll zudem zu einer verbesserten politischen Umsetzung der SDGs beitragen und das Bewusstsein der Zivilgesellschaft schärfen.
Ernährungsökologie - System mit Zukunft
Längst geht es nicht mehr nur darum, gesund zu essen. Angesichts der ökologischen Folgen der menschlichen Ernährung und der damit verbundenen Produktionssysteme braucht es einen kritischen und vor allem systemischen Blick: sowohl auf den Einfluss unseres Ernährungs- und Konsumverhaltens als auch auf entsprechende Bildungssysteme. Darüber herrschte Einigkeit beim achten f.eh-Symposium am 10. Oktober 2019 mit rund 130 Teilnehmern.
Reis
In Österreich spielt Reis in traditionellen Gerichten eine Rolle, in Reisfleisch, gefüllten Paprika, Risipisi, süßem Reisauflauf oder Milchreis. Dazu gesellten sich im Laufe der Jahrzehnte Risotto und Currys, Sushi und Bowls. In den meisten Fällen ist Reis ein Importprodukt, doch in den vergangenen Jahren hat man auch in Österreich mit dem Reisanbau begonnen. Reis ist sehr gut verträglich, manchmal aber schadstoffbelastet. Geschmacklich ist er mehr als nur eine neutrale Beilage.
Fleisch als Omega-3-Quelle?
Fleisch und Fisch, das ist wie Nacht und Tag. Das eine ist reich an bösen gesättigten Fettsäuren, das andere der einzige relevante Lieferant für die besonders gesunden Omega-3-Fettsäuren. Beides kann man so nicht stehen lassen.
Süßungsmittel mit Potenzial
Um Zucker einzusparen, greifen viele Menschen auf Süßungsmittel zurück. Diese sind energieärmer als Zucker oder gänzlich kalorienfrei. Sie beein- flussen daher den Blutzuckerspiegel wenig oder gar nicht. Davon profitieren vor allem Menschen mit Diabetes sowie Personen mit Übergewicht. Doch stimmt das überhaupt? Und wie sicher ist der künstliche Zuckerersatz?
Bitter.
Wenn es draußen bitterkalt ist, finden das viele bitter. Doch jede Jahreszeit hat ihr Gutes: Es ist Zeit für viele Bittersalate, Bittergemüse und andere bittere Genüsse, die es in sich haben.
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